Hochzeitslader

Der Hochzeitslader im Pongau

 

Das Brauchtum des Hochzeitsladers geht in das 16. Jahrhundert zurück und es war wie es der Name schon sagt jener Mann, welcher die Hochzeitsgäste (in Zeiten wo es noch keine Post gab)  zur Hochzeit eingeladen hat. Es gab auch Zeiten, wo dieser auch ins Haus der Braut gekommen ist und für den Bräutigam um die Hand der Tochter angehalten und auch die Mitgift ausgehandelt hat.  In der Zeit wo die meisten Hochzeitsgäste mittels Brief eingeladen wurden, hatte er nur mehr die Aufgabe des Zeremonienmeisters. Aber er hat auch die Aufgabe den Brautpaaren bei der Ausrichtung der Hochzeit (Mahl, Blumenschmuck, Musik, Sitzordnung usw.) zu helfen. So ist der Hochzeitslader im Pongau nach dem 2. Weltkrieg fast in Vergessenheit geraten, jedoch durch einige Hochzeitslader welche diesen Brauch auch immer weiter ausgeübt haben und durch intensive Arbeit des damaligen Gauobmannes Bertl Rieser ist dieser Brauch Ende der 70iger Jahre wieder mehr und mehr im Pongau  eingeführt worden.

 

Heute gibt es im Pongau wieder 38 Hochzeitslader, wovon 8 aus Altersgründen ihre Funktion nicht mehr ausüben. Die Aufgabe des Hochzeitsladers hat sich nicht sehr geändert. Er hat die Aufgabe die gesamte Hochzeit mit dem Brautpaar zu besprechen, diese über die Bräuche in diesem Ort aufzuklären und ihnen  Hinweise zu geben, was für den Ablauf von Wichtigkeit ist. Seine Aufgabe ist es auch, die gesamte Hochzeit mit ihren Abläufen in die richtigen Bahnen zu lenken und darüber immer den Überblick zu haben, wie z.B. Zusammenstellen des Zuges, die Zeugen, Brautführer und Vorpranger über ihre Aufgaben aufzuklären, das Brautstehlen und zurückholen in den Griff haben, Gedicht aufsagen, Weisen und die Ehrentänze anzukündigen und auch das Hinausspielen der Brautleute zur richtigen Zeit durchzuführen. Das Markenzeichen des Pongauer Hochzeitsladers ist der “Hochzeitsladerstecken“.  Auf diesem  werden von jedem Brautpaar eine Schleife mit den Namen und dem Datum der Hochzeit hinaufgestickt.

 

Das Buch „Salzburger Hochzeitslader“ gibt auch Aufschluss über die verschiedenen  Bräuche in den verschiedenen Orten. Seit 2005 gibt es alljährlich ein Hochzeitslader treffen „Inner Gebirg“ (Pongau und Pinzgau), wo über verschiedene Änderungen und Einflüsse von außen beraten wird,